Mehr lokales Bio für Rewe
Lokalitätsbeauftragte sollen heimische Lieferant:innen besser mit den Märkten verknüpfen. Damit will REWE die Kund: innen noch stärker für den Verbrauch lokal und ressourcenschonend erzeugter Produkte gewinnen. FairBio hat Imke Hoppe-Harder, Leitung CM Regionalität & Lokalität REWE Region Nord, nach dem aktuellen Stand gefragt.
FairBio: Wie hat sich der Absatz lokaler Lebensmittel in den vergangenen drei Jahren innerhalb der REWE Region Nord entwickelt?
Imke Hoppe-Harder: Der Absatz regionaler Lebensmittel hat sich in der REWE Region Nord in den vergangenen drei Jahren positiv entwickelt. Das zunehmende Interesse der Verbraucher:innen an Herkunft, kurzen Transportwegen und regionaler Wertschöpfung spiegelt sich in der Nachfrage wider. Mit dem Ausbau lokaler Sortimente wollen wir bewusst die heimische Landwirtschaft stärken und nachhaltiges Wirtschaften vor Ort fördern. Zugleich bieten die REWE-Märkte vielen Produzent:innen einen attraktiven zusätzlichen Absatzweg, etwa ergänzend zum eigenen Hofladen oder zur Direktvermarktung. Regional haben wir aktuell rund 550 lokale Lieferanten.
Imke Hoppe-Harder, Leitung CM Regionalität & Lokalität REWE Region Nord
FairBio: Welche Vorteile bietet die Unterstützung durch Lokalitätsbeauftragte den einzelnen REWE-Händlern?
Imke Hoppe-Harder: Die Lokalitätsbeauftragten bilden die Schnittstelle zwischen den REWE-Märkten, dem regionalen Einkauf und lokalen Erzeuger:innen. Sie unterstützen sowohl bei der Suche nach geeigneten Lieferanten, bei Listungs- und Qualitätssicherungsprozessen sowie bei organisatorischen Fragen. Dadurch können unsere Märkte ihr Sortiment gezielt auf den jeweiligen Standort und die Wünsche der Kund:innen abstimmen. Gleichzeitig erhalten insbesondere kleinere Produzent:innen einen strukturierten Zugang zum Lebensmitteleinzelhandel.
FairBio: Welche Sortimente stehen dabei im Mittelpunkt? Welchen Anteil hat Bio in der lokalen Beschaffung?
Imke Hoppe-Harder: Im Mittelpunkt stehen vor allem Produkte, bei denen regionale Herkunft für die Kaufentscheidung eine besondere Rolle spielt. Dazu zählen insbesondere Obst und Gemüse, Molkereiprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Eier, Brot und Backwaren, Honig sowie Getränke. Ergänzt wird das Angebot durch lokale Spezialitäten und Manufakturprodukte, die häufig einen engen Bezug zur jeweiligen Region haben.
Bio-Produkte sind ein wichtiger Bestandteil der lokalen Beschaffung. Von den rund 550 lokalen Lieferanten in der Region Nord sind derzeit 105 reine Bio-Lieferanten oder bieten ein Teilsortiment an Bio-Produkten an. Gemeinsam mit geeigneten Erzeuger:innen wird das Angebot lokaler Bio-Produkte kontinuierlich weiterentwickelt.
FairBio: Wie werden die Verbraucher:innen über das besondere Angebot informiert?
Imke Hoppe-Harder: Lokale Produkte werden in den Märkten gut sichtbar gekennzeichnet und häufig in eigenen Präsentationsflächen gebündelt. Ergänzend informieren Hinweise am Regal, Plakate, digitale Handzettel und mehr über Herkunft und Besonderheiten der Produkte. Auch an den Servicetheken wird Regionalität erlebbar, beispielsweise durch regionale Fleischprogramme und entsprechende Hinweise zur Herkunft der Produkte. Je nach Markt kommen Verkostungen, Aktionswochen oder persönliche Vorstellungen der Erzeuger:innen hinzu. So wird nicht nur das Produkt hervorgehoben, sondern auch die Geschichte der Menschen und Betriebe dahinter vermittelt.
FairBio: Welche Anforderungen müssen Lieferanten in der REWE-Audit-Checkliste für eine Listung erfüllen?
Imke Hoppe-Harder: Voraussetzung für eine Listung ist die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben sowie der Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen der REWE Group. Geprüft werden unter anderem Produktsicherheit, Hygiene, Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung, Allergenmanagement, Dokumentation sowie geeignete Lager- und Transportbedingungen. Je nach Produktgruppe können weitere Nachweise, Zertifizierungen oder Laboranalysen erforderlich sein. Die Anforderungen werden dabei risikoorientiert und passend zur Größe sowie zur Art des jeweiligen Betriebs bewertet. Unser Ziel ist es, auch kleineren lokalen Lieferanten einen praktikablen Marktzugang zu ermöglichen, ohne Abstriche bei Qualität und Lebensmittelsicherheit zu machen.
Bildunterschrift:
Die REWE Region Nord mit Zentralsitz in Henstedt-Ulzburg umfasst die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, das nördliche Nordrhein-Westfalen sowie Bremen und die Hansestadt Hamburg. Mit über 680 REWE- und 115 nahkauf-Märkten zählt die REWE Nord zu den wichtigsten Nahversorgern in der Region.
Foto: REWE
