Mehrwert für Bio von hier
Eine neue Stellungnahme des BMLEH zeigt auf, warum regionales Bio den größten Mehrwert bietet und damit die nachhaltigste Wahl beim Lebensmitteleinkauf darstellt.
Immer mehr Verbraucher möchten bewusst einkaufen und fragen sich: Soll ich zu regionalen oder zu Bio-Lebensmitteln greifen? Die gute Nachricht lautet: Sie müssen sich nicht entscheiden. Denn ein Forschungsprojekt zur Transformation des Ernährungssystems (STErn) bestätigt, dass die Kombination aus Regional und Bio die größte nachhaltige Wirkung erzielt. Während Bio verbindliche Standards für eine umwelt- und tiergerechte Erzeugung garantiert, stärkt Regionalität die heimische Landwirtschaft und die regionale Wertschöpfung. Gemeinsam verbinden sie ökologische Verantwortung mit kurzen Wegen und einer stärkeren Bindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern.
Regionales Bio schützt Umwelt und Klima


Quelle: Poor&Nemeck (2018)/ Stellungnahme Begleitausschuss Bio-Strategie 2030
Bei der Umweltbilanz von Lebensmitteln ist nicht in erster Linie der Transport entscheidend, sondern die Art der Erzeugung. Der ökologische Landbau verzichtet auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und setzt strenge Vorgaben für den Schutz von Böden, Gewässern und der Artenvielfalt um. Gleichzeitig sorgen regionale Vermarktungsstrukturen häufig für kürzere Transportwege und eine stärkere Orientierung an saisonalen Produkten. So ergänzen sich beide Ansätze sinnvoll: Bio reduziert die Umweltbelastung in der Produktion, Regionalität kann Transportwege verkürzen und regionale Stoffkreisläufe stärken.
Wer regionale Bio-Produkte kauft, profitiert von gleich zwei Vorteilen. Zum einen gelten für Bio-Betriebe höhere Anforderungen an die Tierhaltung und Fütterung. Zum anderen erleichtert die regionale Herkunft häufig die Rückverfolgbarkeit der Produkte. Viele Verbraucher kennen den Hof oder die Erzeugergemeinschaft sogar persönlich oder können sich direkt über die Produktionsweise informieren. Diese Transparenz schafft Vertrauen und stärkt die Verbindung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.
In der Stellungnahme des Begleitausschusses der Bio-Strategie 20230 des Bundeslandwirtschaftsministeriums haben die Forscher die Eigenschaften von Bio, Regional und Bio-Regional gegenübergestellt. Nach dieser Übersicht kommen alle mit ökologischen Aspekten assoziierten Argumenten nur bei Produkten aus Bio-Anbau zu tragen. Der Kauf regionaler Bio-Produkte unterstützt landwirtschaftliche Betriebe, handwerkliche Verarbeiter und Vermarktungsstrukturen vor Ort. Das trägt dazu bei,
- Arbeitsplätze in der Region zu sichern,
- regionale Wertschöpfung zu fördern,
- mittelständische Verarbeitungsbetriebe zu stärken und
- ländliche Räume wirtschaftlich attraktiv zu halten.
Gerade regionale Bio-Wertschöpfungsketten zeigen, dass nachhaltige Landwirtschaft und wirtschaftlicher Erfolg miteinander vereinbar sind. Regionales Bio-Angebot orientiert sich häufig an den natürlichen Erntezeiten. Wer saisonal einkauft, erhält frische Produkte und lernt die Vielfalt heimischer Obst- und Gemüsesorten kennen. Gleichzeitig werden energieintensive Lagerung oder beheizte Gewächshäuser vielfach reduziert.
Das STErn-Forscherteam empfiehlt in seiner Studie daher, Regionalität stets durch weitere, definierte Standards wie Bio oder Fair zu qualifizieren. Also mit Standards, deren ökologische oder soziale Nachhaltigkeit unabhängig zertifiziert ist. Das Fazit der Forscher lautet: Wer die sozialen und ökonomischen Vorteile einer Regionalisierung wünscht, sollte Bio-Lebensmittel aus heimischen Quellen kaufen und die dafür notwendigen Strukturen stärken.
Wer alle drei Aspekte berücksichtigen möchte, um Bio und Fairness in der Heimat abzusichern, ist mit FairBio auf der sicheren Seite.
Hier geht es zum BMLEH-Bericht
